Berlin
Nach dem Sprengstofffund im Kanzleramt werden Rufe nach einer stärkeren Überwachung von Luftfracht laut.
Präsident des Weltluftfahrtverbands IATA Giovanni Bisignani wies darauf hin, dass Paletten oder Container nicht in einem Arbeitsgang gescannt werden können. Technisch sei dies zwar möglich, jedoch fehle der Druck von Regierungen und nationalen Luftfahrtbehörden. Inwiefern sich der Druck dieser Instituitionen im Vergleich zur Aussicht auf explodierende Flugzeuge noch erhöhen ließe, blieb dabei offen.
Die Wirtschaft warnt dagegen bereits vor übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen. Der Frachtverkehr dürfe nicht lahmgelegt werden, teilten erste mahnende Stimmen mit. Sicherheit dürfe nicht auf Kosten der Gewinnmaximierung erreicht werden, so der Tenor.
Ein völlig neuartiges Sicherheitskonzept brachte dagegen Niedersachsens Innenminister Schünemann ins Gespräch. Er forderte eine Verfassungsänderung, die es erlaubt, bei einer Terrorbedrohung ein Flugzeug abzuschießen. Die Möglichkeit müsse gegeben sein, den Verteidigungsfall auszurufen und Flugzeuge, die als Waffe eingesetzt werden, abzuschießen.
Wie effektiv der Abschuss durch Sprengung bedrohter Flugzeuge sein kann, ist indes umstritten. Einige Experten gehen davon aus, dass möglicherweise auch der Abschuss von Flugzeugen einen ähnlichen Effekt auf die Struktur haben könnte, wie die Explosion einer Bombe im Inneren.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen